Projektstruktur und Arbeitsgebiete

Das Vorhaben AWAREGIO ist neben dem Projektmanagement in fünf Hauptarbeitsbereiche und deren Arbeitspakete gegliedert (s. Grafik). Die Gesamtprojektkoordination liegt beim FiW.

Bild: Arbeitsplan mit Hauptarbeitsbereichen

Der erste Hauptarbeitsbereich umfasst die Konzeption. Arbeitspaket A.1, in Hauptverantwortung der LINEG und TUG, umfasst die Bestandsaufnahme der Rohabwasserqualität der Kläranlage Moers-Gerdt und die Ausarbeitung der hygienischen und stofflichen Anforderungen an die Produktqualitäten. Arbeitspaket A.2 dient der Identifikation möglicher Zielregionen und Absatzmärkte (IIRM). Die folgenden beiden Aufgabenteile (A.3 und A.4) beschäftigen sich mit dem Entwurf  der Demonstrationsanlage. Zum einen geht es um die Konzeption der Primärreinigung (FiW, EvU) und zum anderen um Aufbereitung und Verwertung der benötigten Wassermenge für den Versuchsbetrieb der Aquaponik (FiW, A3). Im fünften Arbeitspaket (A.5) hat das Institut für Umweltforschung der RWTH Aachen (BioV) zum Ziel, praxistaugliche Analysemethoden zu entwickeln, um mit ausreichender Sensitivität Spurenkonzentrationen von Mikroschadstoffen im Zulauf und Ablauf der Versuchsanlagenachzuweisen und die Effizienz der verschiedenen Klärstufen zu überprüfen.

Der zweite Hauptarbeitsbereich umfasst die Fertigung und Inbetriebnahme. Auf dem Gelände der Kläranlage Moers-Gerdt werden die Komponenten der halbtechnischen Versuchsanlage errichtet und der Bodenfilter aufgebaut und anschließend in Betrieb genommen.

Der Betrieb und die damit verbundenen Anwendungsversuche gehören zum Arbeitsbereich C. Unter der Leitung des FiW in Zusammenarbeit mit der TERRA URBANA GmbH (TUG), geht es um die Untersuchungen der Abwasserreinigung (C.1, FiW), das Monitoring und die Überwachung der Produktwasserqualitäten (C.2, BioV) sowie die Versuche zur Aquaponik (C.3, TUG). Durch diese Untersuchungen werden sowohl die chemischen als auch die Energie- und Betriebsparameter erhoben, zur Bewertung des Betriebsaufwandes und der Energieeffizienz. Zusätzlich wird das ökotoxikologische Gefährdungspotenzial ermittelt und ein in situ Testverfahren zur Ermittlung mechanismus-spezifischer Wirksamkeit und Überwachung der Wasser- und Lebensmittelqualität der gezüchteten Fische und Pflanzen entwickelt. Als letztes Ziel gehört zu diesem Paket die Herstellung von rtPCR Primern für die untersuchte Wels-Art.

Zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit des Projektes hat das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig (IIRM) in Hauptarbeitsbereich D die Aufgabe, die Prozesse der Demonstrationsanlage und der Großanlage (durch Hochskalierung) zu bilanzieren und zusätzlich, anhand passender Bewertungskriterien und -methoden, Wiederverwendungs- und Bewirtschaftungspfade zu bewerten.

Zum Schluss umfasst der letzte Arbeitsbereich E die Ergebnissynthese und Verwertung.  Neben der Dokumentation der Projektergebnisse in einem Abschlussbericht, sollen als Bestandteil dieses Arbeitsbereich projektbegleitende Workshops organisiert werden und so unter anderem  regionale Forschungs- und Innovationsprofile in der Abwassertechnik gestärkt werden (E.2, IIRM). Arbeitspaket E.3 behandelt die Stärkung der Marktchancen des Anlagenkonzepts (FiW), in dem es um die Aus- und Fortbildung von nationalen & internationalen Entscheidungsträgern, praktikable Qualitätsüberwachung in Entwicklungs- und Schwellenländern und die Erstellung eines Leitfadens zur Erhöhung der Exportfähigkeit zur Stärkung deutscher Technologiearbeiter geht.