Bericht „Wiederverwendung von weitergehend gereinigtem Abwasser in Deutschland und in der internationalen Zusammenarbeit“

Ergebnisse aus der Pilotmaßnahme awaregio und verwandten Projekten

Wasserwiederverwendung gehört vor allem rund um den Äquator zur gängigen Praxis. In Deutschland findet vielerorts bereits seit Jahrzehnten eine indirekte Wasserwiederverwendung durch einen hohen Klarwasseranteil in den Flüssen statt. Als Bestandteil eines ganzheitlichen Wasserressourcenmanagements sind neue Konzepte und Technologien zur Wasserwiederverwendung neben dem Einsatz in der internationalen Zusammenarbeit auch in vom Klima- und Strukturwandel betroffenen Regionen in Deutschland zunehmend von Interesse. Im BMBF-Vorhaben awaregio wurde unter Federführung des Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V. eine modular aufgebaute Pilotanlage mit angeschlossener Fisch- und Pflanzenzucht auf der Kläranlage Moers-Gerdt der LINEG konzipiert, aufgebaut, betrieben und mit praxistauglichen Analysenmethoden überwacht.

Auf dem Ergebnis-Symposium am 04. Juli 2019 in Köln wurde gezeigt, dass die Anlage ausreichende Wasserqualitäten für spezifische Einsatzgebiete produzieren kann. Wasser für die Aquaponik kann mit positiver Energiebilanz produziert werden; Trinkwasserqualität mit dem Energieeinsatz vergleichbar einer konventionellen Kläranlage.

Mit Fachleuten wurden Anwendungsfelder in Schwellen- und Entwicklungsländern, aber auch für Rekultivierungsmaßnehmen, Energiepflanzenproduktion und gezielte landwirtschaftliche Bewässerung in Deutschland diskutiert. Ein produzierter Videofilm macht mögliche Anwendungschancen deutlich.